Freitag, 7. August 2015

Rezension Rabensommer von Elisabeth Steinkellner




  • Taschenbuch: 202 Seiten
  • Verlag: Beltz & Gelberg (24. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • Reihe: Nein
  • Empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

  • Kurzbeschreibung: Ein furioses literarisches Debüt! »Rabensommer« erzählt vom Abschied von der Kindheit und dem letzten, flirrenden Sommer, den Juli, Ronja, Niels und August miteinander verbringen, bevor sie sich in alle Winde zerstreuen. Ein wundervoller poetischer Roman einer ganz außergewöhnlichen Erzählerin. Seit Jahren sind sie beste Freunde, fast alles haben sie zusammen gemacht - wie Raben. Jetzt, nach dem Abitur, muss jeder für sich entscheiden, wie es weitergeht. Die Ich-Erzählerin Juli entschließt sich zu studieren, doch noch bevor es losgeht, verändert sich alles, Schlag auf Schlag: Niels, mit dem sie seit einem Jahr zusammen ist, macht mit ihr Schluss. August lüftet sein Geheimnis. Und Ronja geht nach London. Juli ist auf sich allein gestellt und muss ihr Leben, das ihr wie ein Haufen lauter kleine Schnipsel vorkommt, neu sortieren.



    Meine Meinung:
    In nur 200 Seiten bringt uns Elisabeth Steinkellner die Möglichkeiten aber auch die Probleme nach dem Abitur auf eine berührende Art näher.
    Juli hat ganz frisch ihr Abitur in der Hand und weiß noch nicht so ganz, was sie mit ihrem Leben jetzt anfangen soll. Genauso wenig weiß sie, was aus ihrer Freundschaft zu Ronja, Niels und August wird. Diese vage Kurzbeschreibung des Buches ist genauso ungewiss wie der Weg und der Ausgang des Buches. Ich erinnere mich gut an diese Zeit. Alles war möglich, aber es konnte auch alles zerbrechen. Man hat Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Erwachsen werden und trotzdem darf man nicht aufhören nach vorne zu blicken.

    Juli und ihre Freunde leben nebenbei, man genießt und man denkt nicht viel. Es wird ein langer, heißer Sommer. Doch plötzlich macht ihr Freund, mit dem sie 1 Jahr zusammen war, mit ihr Schluss und für Juli bricht eine Welt zusammen. Ab diesem Punkt gibt es einen Schnitt im Buch, den man sehr deutlich wahrnimmt. Alles davor ist wie weggeblasen. Juli kann nicht mehr denken, nicht mehr schlafen, nichts mehr tun. Nichts ist mehr wichtig. Sie läuft vollkommen auf Autopilot. Und das war wirklich hart zu lesen. Ich wollte sie an die Hand nehmen, mit ihr Filme vor dem Fernseher schauen und dabei Eis essen.

    Schritt für Schritt durchlebte ich mehrere Gefühlswelten: Trauer, Verzweiflung, Liebe, Freundschaft, alles durch Postkarten, Notizen oder Einkaufszettel, die ihren Alltag prägen. Viel zu erzählen gibt es nicht. Außer über Niels, über den sie sehr viel nachdenkt. Wie sie sich langsam, aber sicher fasst und wieder zu leben beginnt, habe ich vor allem an den Einkaufszetteln gemerkt, die von anfänglichen ÜBERlebensmitteln hin zu ausführlichen Listen wachsen.

    Aber nicht nur Niels, sondern auch ihre anderen Freunde sind ihr irgendwie fremder geworden. Es wird Distanz eingehalten und man erfährt einfach nicht mehr so viel über sie, weil Emmy ziemlich vorsichtig ist und auf Abstand geht. Doch genauso wie man mit ihr leidet, freut mich sich über kleine alltägliche Dinge, die neue Personen in ihr Leben bringen und sie wachrütteln. Mir ging das Herz auf, als Juli sich endlich entschlossen hat, das Leben neu in Angriff zu nehmen. Es ist der Mut und die Kraft, die dazu gehören, wenn alles plötzlich auf dich hinab fällt und du nicht vorbereitet bist. Du kannst das Leben nicht planen, aber du kannst versuchen, es nach deinen Wünschen zu gestalten. 

    Einziger Kritikpunkt: Die Länge. Es wurde ab der Hälfte des Buches jede Notiz oder Bemerkung auf 1 Seite geschrieben, wodurch das Buch optisch gestreckt wurde. Zählt man alles zusammen, wären es bestimmt nur 160 Seiten.

                                                                  Fazit                                                            

    Mit "Rabensommer" schuf Elisabeth Steinkellner ein Buch, das auf vielen Ebenen berührt und zum Nachdenken anregt. Ein Buch, geschrieben aus einer Mischung aus Erzählung und Poesie, mit den richtigen Gefühlen zur richtigen Zeit. Ich habe mich in die Sommerzeit nach dem Abitur zurückgesetzt gefühlt. 5/5 Punkte.


    Danke Beltz & Gelberg sowie Blogg dein Buch!



    Kommentare:

    1. Vielen Dank für deine tolle Rezension.

      Wurm200
      http://wurm200.blogspot.de/

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      1. Danke schön! :) Freut mich, dass sie dir gefällt. :)

        Liebe Grüße!

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