Samstag, 6. Oktober 2018

Rezension Du wolltest es doch von Louise O'Neill

Format: Kindle Edition 
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 368 Seiten 
Reihe: Nein
Verlag: Carlsen
Sprache: Deutsch 

Kurzbeschreibung: Nein, richtig sympathisch ist Emma nicht. Sie steht gern im Mittelpunkt, die Jungs reißen sich um sie und Emma genießt es. Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht. Klar, sie ist auf der Party mit Paul ins Schlafzimmer gegangen. Hat Pillen eingeworfen. Die anderen Jungs kamen hinterher. Aber dann? Sie erinnert sich nicht, aber die gesamte Schule weiß es. Sie haben die Fotos gesehen. Ist Emma wirklich selber schuld? Was hat sie erwartet – Emma, die Schlampe in dem ultrakurzen Kleid? 


Meine Meinung:
Ich habe ja, wie viel andere wahrscheinlich auch, schon vor dem Lesen furchtbar viel über dieses Buch gehört. Es gibt sehr zerstrittene Meinungen. Ich glaube entweder man steht voll dahinter und kann die Handlungen und Entscheidungen nachvollziehen oder man findet sie schrecklich und damit das Buch auch nicht gut.

Ich gehöre zur ersten Sorte, obwohl ich sagen muss, dass die Protagonistin Emma sehr unsympathisch rüberkommt. Zumindest zu Beginn. Aber weil das auch schon so im Klappentext steht, soll das wohl auch so sein. Ich hab ehrlich gesagt drauf gewartet bis es endlich so weit war (ich weiß, klingt furchtbar gemein). Aber ich wollte wissen, wie sie sich verhält. Und ja, sie ist ein komplett anderes Mädchen. Man merkt richtig, wann genau sie realisiert hat, was passiert ist. Denn die ersten Tage nach der Vergewaltigung geht sie ganz normal wieder in die Schule und achtet nur ein bisschen darauf wie andere zu ihr sind. Aber so richtig verarbeitet und realisiert hat sie es da noch nicht. Und das fand ich richtig super.

Emma braucht sehr lange um alles richtig zu verarbeiten und ich kann ihre Entscheidung ganz am Ende absolut nachvollziehen, auch wenn einige das vielleicht nicht können. Die Zeit bis zu dieser Entscheidung ist furchtbar für sie und auch für ihre Familie. Denn immerhin ist nicht geklärt, wer hier wirklich Schuld hat. "Du wolltest es doch" heißt es. Und was das alles in Gang setzt, wie andere sich der Familie gegenüber verhalten, ist echt wirklich krass mit anzusehen. Man mag es gar nicht glauben.

Auch wenn man Emma immer wachrütteln und sie motivieren will und sich auch wirklich alle so anstrengen, man kann sie immer ein bisschen verstehen, wenn sie doch lieber im Bett liegen bleiben will. Es war wirklich spannend und aufschlussreich zu lesen, wie ein junges Mädchen und ihre Familie damit umgeht. Toll fand ich auch das Nachwort der Autorin, denn auch sie geht auf Emmas Entscheidung ein und versucht diese zu begründen. Ebenfalls möchte sie Mädchen und Frauen ermutigen nichts in sich hineinzufressen sondern Anzeige zu erstatten und solche Vorkommnisse zu melden.

                                                        Fazit                                                             

Dieses Buch ist schockierend und faszinierend zugleich, obwohl man sich gut in Emma hineinversetzen muss. Es war aufregend zu lesen, wie Emma und ihre Familie mit so einer Situation umgehen und welche Konsequenzen und Entscheidungen letztendlich daraus entstehen. Tolles Buch 4,5/5 Punkte.


Danke Carlsen!

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